FRIEDE / SCHALOM

Schalom, Friede

Der hebräische Begriff Schalom [שלום] (englische Schreibweise: shalom, in aschkenasischer Aussprache auch Schulem oder Scholem) bedeutet zunächst Unversehrtheit und Heil. Doch mit dem Begriff ist nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe, und er ist eine der verbreitetsten Grußformeln in Israel. Am Schabbat wünsc

aus "DOM RADIO"

Papst Franziskus veröffentlicht Text zu aktuellen Konflikten

"Frieden wird mit Füßen getreten"

In einem bisher unveröffentlichten Text äußert sich Papst Franziskus angesichts von Kriegen und Konflikten besorgt über den Zustand der Welt. Trotz aller Schrecken der beiden Weltkriege werde der Frieden auch heute "mit Füßen getreten".

So steht es in einem Schreiben, das die vatikanische Verlagsbuchhandlung (LEV) als Teil eines neuen Buches herausgibt. Unter dem Titel "Friede auf Erden", sind auf Italienisch Reden und Schriften des Kirchenoberhaupts zum Thema Frieden zusammengestellt.

"Logik des Hasses"

Erscheinungstermin ist der 28. Juni. In dem enthaltenen neuen Beitrag kritisiert der Papst eine "gefährliche Neubewertung" von Kriegen. Die Lehren der Geschichte gerieten leider allzu schnell in Vergessenheit, was zu einer Hilflosigkeit gegenüber "der Logik des Hasses" führe.

Fehler aus der Vergangenheit wiederholten sich. Die Entscheidung für den Krieg falle leichtfertig - aus scheinbar humanitären, defensiven oder präventiven Gründen, so Franziskus. Dabei werde auf allerhand Vorwände zurückgegriffen, zugrundeliegende Informationen würden manipuliert.

"Sind wir auf eigene Interessen fixiert?"

"Versuchen wir in irgendeiner Weise, das Feuer der Kriege zu löschen und sie zu verhindern? Oder sind wir abgelenkt und auf unsere eigenen Interessen fixiert?", fragt der Papst. Letztlich müssten sich die politischen Führer "vor Gott und den Völkern" für ihr Handeln verantworten.

Auch wer gleichgültig sei, mache sich mitschuldig, schreibt der Nachfolger Petri. Vor allem in Ländern ohne gewaltsame Konflikte sei eine "Abstumpfung des Gewissens" festzustellen. Dies zeige sich etwa bei Vorbehalten gegen die Aufnahme von Flüchtlingen oder beim Thema Waffenhandel. Seine Aufforderung laute daher, nicht in Gleichgültigkeit zu verfallen, sondern sich "unermüdlich für den Frieden einzusetzen".


Aus dem Evangelium nach Matthäus Mt 10,7-15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel. Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt.

Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst.

Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden. Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren.

Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen: Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.
Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

Das Matthäusevangelium steht am Anfang der vier Evangelien. Mit seinem "Stammbaum" zu Beginn schlägt es die Brücke vom Alten zum Neuen Testament. Traditionell gilt der Apostel Matthäus als Verfasser. Das Evangelium betont, dass Jesus ganz im Dienst der Gerechtigkeit steht. Die Bergpredigt, die ein Kernstück des Evangeliums bildet, ist der Wegweiser für ein Leben der Gerechtigkeit. Das Evangelium macht die jüdischen Wurzeln des Christentums sichtbar und begründet die Mission unter allen Völkern.


Bischof Heinrich Bedford-Strohm über die Kraft der Liebe

"Maßstab für Reformen ist die Heilige Schrift"

Dauerhafte Veränderungen sind nach den Worten des bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm nicht durch moralische Appelle, sondern allein durch die Liebe zu bewirken. Das gelte auch für die Einheit der Christen.

Das sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Sonntag bei einem Gottesdienst in Sankt Stephan in Bamberg. Die Nachfolge Christi sei der beste Weg, wie die getrennten christlichen Konfessionen wieder zu einer Kirche zusammenkommen und gemeinsam das Abendmahl feiern könnten.

Anlass war das 1.001-jährige Bestehen des Gotteshauses. Es handelt sich um die heute einzige evangelische Kirche in Deutschland, die von einem Papst, nämlich Benedikt VIII., geweiht wurde. Anwesend war damals auch das deutsche Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde, das der Papst 1014 gekrönt hatte.

Aus Anlass des Jubiläums übermittelte Papst Franziskus seine Segenswünsche. Er war zu dem Jubiläum von Bambergs Erzbischof Ludwig Schick und anderen eingeladen worden. Schick verlas in dem Gottesdienst ein von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnetes Schreiben aus dem Vatikan.

Verschiedene Konfessionen, gleiche Werte

Darin werden die Christen verschiedener Konfessionen aufgerufen, für die christlichen Werte in der Gesellschaft einzutreten und sich für Arme und Benachteiligte, kranke und behinderte Menschen einzusetzen.

"Dieses gemeinsame Zeugnis ist eine unabdingbare Voraussetzung, dass wir in unserer Zeit, die einer Neuevangelisierung so sehr bedarf, die Botschaft des Herrn glaubwürdig verkünden und zu den Menschen bringen." Maßstab für Reformen sei die Heilige Schrift, heißt es in dem Brief weiter.

Durch sie könnten die Menschen Christus immer tiefer erkennen und mit ihm leben. "Je mehr wir mit dem Herrn und Haupt der Kirche verbunden sind, desto mehr erlangen wir die Einheit. Nutzen wir daher alle Möglichkeiten, die Heilige Schrift in den Gemeinden, Diözesen und Landeskirchen miteinander zu lesen, sie zu betrachten und aus ihr zu leben."


Friedenslicht aus Bethlehem